3.1 Warum dein Kopf nicht aufhört zu denken - Ausflug ins DMN vs. TRN
Gedankenschleifen
Repetitiv negative Gedankenschleifen lassen sich unterteilen in...
Grübelgedanken
Grübelgedanken sind eher auf die Vergangenheit bezogen und haben einen Selbstfokus mit Bezug zum Hier und Jetzt. Häufig drehen sich Grübelgedanken um vermeintliche eigene Fehler oder Schwächen. Typisch ist ein wiederkehrendes Nachdenken über eigene Gefühle, Ursachen und Folgen von Problemen, sowie soziale Situationen und vermeintliche soziale Fehler und Schwächen. Typische Grübelgedanken könnten sein: „Warum passiert mir das?“, „Was hätte ich besser machen können und was stimmt mit mir nicht?“, War das zu viel und falsch von mir?“.
Je mehr Grübelgedanken selbstkritisch und selbstabwertend sind, desto weniger hilfreich sind sie. Lösungs- und Lernfokussiertes Reflektieren der Vergangenheit ist hingegen gesünder für unser Wohlbefinden und kann positiv sein.
Sorgen
Sorgen sind die wiederkehrende, intensive gedankliche Beschäftigung mit zukünftigen Situationen mit ungewissem Ausgang. Hier wird darüber nachgedacht welche Konsequenzen Ereignisse haben könnten, um alles zu berücksichtigen.
Obsessionen
Obsessionen, also negativen Themen, die wie eine magnetische Anziehungskraft haben und gedanklich immer wiederkehrend präsent sind. Obsessionen sind aufdringliche, wiederkehrende Gedanken, Bilder oder Impulse, die als unwillentlich und störend erlebt werden. Sie drängen sich auf, lösen meist Angst, Ekel oder Schuldgefühle aus. Häufig wird dann versucht diese Gedanken zu neutralisieren oder zu kontrollieren (z. B. durch Handlungsgewohnheiten oder mentales „Neutralisieren“).
Fazit
Trotz der Unterschiede gehören Obsessionen, Grübeln und Sorgen alle zu den repetitiven negativen Gedanken und machen sich als Gedankenschleifen bemerkbar:
Sie sind wiederkehrend, schwer zu stoppen und emotional belastend.
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Sie dienen meist einem (vermeintlichen) Kontroll- oder Sicherheitsbedürfnis:
Grübeln: Kontrolle über das Verstehen der Vergangenheit
Sorgen: Kontrolle über die Zukunft
Obsessionen: Kontrolle über innere Bedrohungen oder Tabus
Grübeln, Sorgen und Obsessionen sind drei Varianten desselben psychologischen Grundmusters: dem Versuch, mit innerer Unsicherheit, Bedrohung oder Schmerz durch Denken Kontrolle zu gewinnen – was paradoxerweise die innere Unruhe oft verstärkt statt reduziert.
Quellen:
Stade, E. C., & Ruscio, A. M. (2023). A meta-analysis of the relationship between worry and rumination. Clinical Psychological Science, 11(3), 552-573. https://doi.org/10.1177/21677026221131309 bpb-us-w2.wpmucdn.com
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Zhou, H-X., Chen, X., Shen, Y-Q., Li, L., Chen, N-X., Zhu, Z-C., Castellanos, F. X., & Yan, C-G. (2020). Rumination and the default mode network: Meta-analysis of brain imaging studies and implications for depression. NeuroImage, 206, 116287. https://doi.org/10.1016/j.neuroimage.2019.116287